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CS Handbuch

 

Das Cockayne Syndrom Handbuch, Version vom 9. März 1998 von David Busch

Dieses ist ein Handbuch űber das Cockayne Syndrom (CS), ähnlich dem “Xeroderma Pigmentosum Handbuch” von Mary Ellen Fitzgerald und Richard Ng, und “Xeroderma Pigmentosum verstehen” von Ken Kremer.

Was ist Cockayne Syndrom?

Welche anderen Probleme können im Zusammenhang mit  CS auftreten?

Wie kann man herausfinden, dass es sich um CS handelt?

Gibt es Tests für CS?

Was ist der Wert von Labortests für CS?

Wo können Tests durchgeführt werden?

Wie kann man CS-Patienten helfen?

Wie können sich UV-empfindliche Patienten schützen?

Psychologische Aspekte von CS?

Was ist die Lebenserwartung eines CS-Patienten?

Wie kann ich mehr  über CS herausfinden?

 

 

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Was ist Cockayne Syndrom?

Cockayne Syndrome (CS) ist eine seltene und zerstörende genetisch bedingte Behinderung. Sie tritt  ungefähr einmal pro 100.000 Lebendgeburten auf. Die Vererbung ist autosomal rezessiv. In anderen Worten, es tritt nur dann auf, wenn sowohl der Vater alsauch die Mutter das genetisch geschädigte Gen dem betroffenen Kind vererben. Die Eltern selbst haben keine Gesundeitsprobleme durch CS. Fűr ein Viertel der Kinder dieser Eltern, oder 25%, besteht die Wahrscheinlichkeit, dass sie CS vererbt bekommen. CS kann diagnostiziert werden, wenn beide der folgenden wesentlichen Kriterien und 3 der 5 weniger bedeutenden Kriterien zutreffen.

 

Wesentliche Kriterien

1. Größe weniger als das 5. Percentile fűr Alter und Geschlecht

2. Entwicklungsverzögerung (Nichtvorhandensein bzw. verspätetes Auftreten normaler Entwicklungsschritte, wie z.B. Sprechen oder Gehen)

 

Weitere Kriterien

1. Ungewöhnliche Anfälligkeit fűr Sonnenbrand durch UV-C durch Sonne oder andere Strahlungsquellen

2. nervlich bedingte Taubheit

3. Eintrűbungen der Augenlinse/Katarakte, Netzhauterkrankungen, beide können Blindheit hervorrufen.

4. Extremer Zahnkaries

5. Typischer Gesichtsausdruck. Kann verbunden sein mit ungewöhnlich großen Ohren (“Mickey Maus Ohren”), schmales Kinn mit spitzer Nase, mangelndes Unterhautfettgewebe, eingefallene Augen. Das Gesicht insgesamt sieht alt aus und die Kopfgröße ist sehr klein bezogen auf das Alter und Geschlecht des Kindes (Mikrocephalus).

 

 

 


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Welche anderen Probleme können im Zusammenhang mit  CS auftreten?

Einige der anderen Probleme, die auftreten können, sind: frűhzeitiges Altern, geringes Gewicht bezogen auf die Körpergröße, schlechter Appetit, Anfälligkeit fűr Infektionen und Krämpfe.

 

 

 

 

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Wie kann man herausfinden, dass es sich um CS handelt?

Es hängt davon ab! Bei einem Kind können bei der Geburt sowohl die wesentlichen alsauch die weniger wichtigen Kriterien der Diagnose zutreffen, was zu einer schnellen Identifizierung der Behinderung und Identifizierung des Syndroms fűhren kann.

 

 

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Gibt es Tests für CS?

 

Ja. 

Röntgenaufnahmen, Computer-Tomographien zeigen charakteristische Gehirn-Struktur-Abweichungen, einschließlich Kalzium-Ablagerungen in den Nervenknoten und Vergrößerungen.


Laboruntersuchungen beginnen mit dem Anlegen einer Hautzellen-Kultur, welches man unter lokaler Anästhesie von einem kleinen Stűckchen Haut erhält. Laboruntersuchungen beinhalten:


1. UV survival curve

Mißt wie leicht UV-Licht die Hautzellen zerstört. CS-Zellen werden ungewöhnlich schnell durch UV-Licht zerstört. Typischerweise ist nur ½ oder ¼  der UV-Bestrahlung erforderlich um eine CS-Zelle zu zerstören, verglichen mit normalen Zellen. Wenn dieser Test eine Abnormalität aufzeigt, können weitere Teste enthalten:


2. RNA synthesis inhibition assay

CS-Zellen untersceiden sich von normalen Zellen darin, dass sie nicht die Fähigkeit haben, Gene schnell zu reparieren, die durch UV-Licht geschädigt worden sind (ein Vorgang der Transcription coupled Repair) genannt wird. Die Gene werden normalerweise genutzt um RNA herzustellen, welches von den Zellen genutzt wird um Informationen zu liefern, wie das Zell-Protein herzustellen ist. UV-Schäden an Genen blockieren die RNA-Syntese (und Protein Herstellung).

 

Desalb, nach UV-Bestrahlung, produzieren CS-Zellen und normale Zellen weniger RNA. Aber nach einiger Zeit, dank ihrer Fähigkeit sich schnell zu regenerieren, beginnen normale Zellen ihre Gene zu reparieren und sind dadurch in der Lage mehr RNA herzustellen. Da CS-Zellen diese Fähigkeit nicht haben, ist dieser Prozeß der Regeneration bei ihnen langsamer. In diesem Test werden Zellen mit UV-Licht bestrahlt und einige Stunden später wird ihr Gehalt an RNA gemessen und verglichen mit dem RNA-Gehalt derselben Zellen, die aber nicht mit UV-Licht bestralt wurden.

 

CS-Zellen zeigen einen geringeren Anteil an RNA in ca. 90% der Fälle von Cockayne Syndrom.



3. Complementation testing

Dieser Test findet heraus, welche Gene bei dem CS-Patienten betroffen sind. Dies beinhaltet das CS-A-Gen, ERCC8, in 25% der Fälle: und das CS-B-Gen, ERCC6, in ca. 75% der Fälle. Es gibt extrem wenige Fälle von CS aufgrund von Mutation in einem von drei Genen bei Patienten, die eine ähnliche Behinderung haben, Xeroderma Pigmentosum (XP).

 

Diese enthalten die XP-B (ERCC3), XP-D (ERCC2), und XP-G (ERCC5) Gene. CS Patienten betroffen in ihren XP-Genen können ebenfalls Hautprobleme typisch fűr XP entwickeln. Dies betrifft vorwiegend die Körperteile, die der Sonne ausgesetzt sind, wie z.B. das Gesicht. Sommersprossen, Pigmentierungen bis hin zu Hautkrebs können sich entwickeln.



4. Mutation analysis

Dies bestimmt, auf welche Art die Gene des CS-Patienten geschädigt worden sind. Es ist wahrscheinlich, dass CS-Patienten, die verwandt sind, einen ähnlichen Genschaden haben. Nicht miteinander verwandte Patienten haben verschiedene genetische Schäden oder die geschädigten Gene sind sogar vollkommen verschieden.

 

 

 

 

 

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Was ist der Wert von Labortests für CS?

Durch Messung der UV-Empfindlichkeit der Zellen ist der  UV survival curve test hilfreich, indem er zeigt, ob es ungewöhnliche Sonnen-Empfindlichkeit gibt, die verbesserten Sonnenschutz erfordern wűrde. Er kann ebenfalls hilfreich sein, den Eltern aufzuzeigen, dass sie nicht fűr frűhere Verletzungen durch Sonnenbrand verantwortlich sind. Der Test kann helfen, CS zu diagnostizieren, besonders wenn die Sonnen-Empfindlichkeit vorher nicht bekannt war und fűr die Diagnose benötigt wird.

Beim  RNA synthesis inhibition assay erwartet man, dass er nur bei CS und XP Abweichungen aufzeigt. Deshalb kann er hilfreich sein bei der Diagnose von CS. Er zeigt ebenfalls auf, wie weit die Zellen von normalen Zellen abweichen. Ein Complementation Testing kann anschließend erforderlich werden.

Complementation testing ist zur Zeit eher von wissenschaftlichem Interesse als von direktem Wert fűr die Eltern, obwohl sich dies in wenigen Jahren ändern kann, vorausgesetzt, dass es bei der biotechnologischen Therapie einen Durchbruch gibt. Wenn man die betroffenen Gene kennt, kann die Forschung nach Träger-Identifizierung beginnen, indem man feststellt, welches Gen auf einen Schaden hin zu untersuchen ist. Biotechnologische Durchbrűche, die noch nicht im erforderlich Maß stattgefunden haben, könnten in Zukunft Protein-Therapie oder Gentherapie ermöglichen. Dabei wűrde dann der Patient das Protein bekommen, das die Zellen normalerweise selbst herstellen können. Diese Entwicklungen sind zur Zeit jedoch noch Zukunftsmusik und sind noch keine Hilfe fűr heutige Patienten.

Mutational analysis ist von wissenschaftlichen Interesse, da es erlaubt zu bestimmen, wie verschiedene Formen von CS-geschädigten Genen die Gesundeit beeinträchtigen und wie die Zellen von CS-Patienten sich verhalten. Es könnte genutzt werden, um gesunde Träger zu identifizieren, die, wie die Eltern von CS-Patienten, eine normale und eine geschädigte Kopie des CS-Genes besitzen. Dies könnte in isolierten, kleinen Gemeinschaften, wo CS relativ űblich ist, von Vorteil sein, hat jedoch fűr die meisten Verwandten von CS-Patienten keinen praktischen Wert.

 

 

 

 

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Wo können Tests durchgeführt werden?

UV Survival Curve, RNA Synthesis Inhibition Assay, und Complementation Tests werden zur Zeit nur in amerikanischen Labors durchgefűhrt.

 

 Pränatale Diagnose von CS ist in 2 Europäischen Labors möglich:

 

W.J. Kleijer, Ph.D.

Erasmus Universität

P.O. Box 1738

3000DR Rotterdam

 

Niederlande

 

Tel: 011 31 10 4087 223 

Fax:      011 31 10 4087 200 

Alan Lehmann

Chairman, Genome Damage and Stability Centre

University of Sussex

Falmer, Brighton BN1 9RR

 

England

Tel: 011 44 1273 678 120

Fax:      011 44 1273 678 121     

E-mail:  a.r.lehmann@sussex.ac.uk

 

 

 

 


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Wie kann man CS-Patienten helfen?

CS-Kinder haben die gleichen Bedűrfnisse wie normale Kinder, einschließlich Liebe und Zuwendung. Sie brauchen sehr viel an Zuneigung. Ihre speziellen Gesundheitsprobleme können von den entsprechenden Spezialisten, wie Genetiker, Kinderärzte, Hautärzte, Reha-Therapeuten, behandelt werden.  

Spezielles Training, wie z. B. Zeichensprache, technische Unterstűtzung, wie Gehhilfen (Walker), Rollstűhle, Hörgeräte können erforderlich und sinnvoll sein. Falls Nahrungsaufnahme ein Problem ist, kann mittels einer Magensonde die erforderliche Flűssigkeit (!) und Nahrung verabreicht werden.

 

 

 

 

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Wie können sich UV-empfindliche Patienten schützen?

Nur wenige CS-Patienten werden von einem Hautkrebs betroffen sein wie er bei XP-Patienten vorkommt. Die Folgen von mangelndem Sonnenschutz sind weniger ausgeprägt. Dennoch, Sonnenbrand kann ein sehr schlimmes Problem werden. Deshalb ist Sonnenschutz fűr die individuellen Bedűrfnisse erforderlich. Hier sind einige Anregungen:

 



1. Blockierung der UV-Strahlung

Zu Hause kann das einfach durch Zuhängen der Fenster mit schwarzen Plastik-Beutel erreicht werden. Oder – teurer – durch eine Plastikfolie, die UV blockiert aber normales sichtbares Licht durchläßt.

 

2. Ändern der Beleuchtung

kann sinnvoll sein, da manche Leuchten UV-Licht emittieren. Größere Mengen UV-Strahlung stammt von Halogen- und Quecksilberlampen.


3. Spezielle Bekleidung

kann UV-Strahlung blockieren.

 

Normale Bekleidung kann ebenfalls UV-Strahlen abhalten. Die besten Resultate sollte man mit einer mehrschichtigen Kleidung erzielen. Abdeckung der gefährdeten Körperteile ist wesentlich. Kopftuch, Sonnenbrille, evtl. zusätzliche Sonnenblocker/Sonnencreme.

 

4. Es kann auch erforderlich sein, dass das Kind űberhaupt nicht tagsűber draussen spielen kann. Man sollte dabei auch an kurzzeitige Bestrahlungen denken, die z. B. beim Einsteigen oder Verlassen eines Autos auftreten.

 

 

 

 

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Psychologische Aspekte von CS?

Trotz ihrer vielen Probleme, sind viele CS-Kinder gut gelaunt und ausgeglichene Menschen.

 

Allerdings stehen ihre Familien unter einem enormen Druck wegen der besonderen Pflegemaßnahmen, finanzielle Belastungen, Betreuungen, medizinische Komplikationen (die sehr häufig auftreten können), Bedenken wegen CS bei zukűnftigen Kindern, Verlust von Freunden und Bekannten, die Probleme mit einem behinderten Kind haben, eingeschränkte Freizeit.

 

Sozialarbeiter, Familienberatungen, Behinderten-Einrichtungen, stattliche und kirchliche Institutionen, Selbsthilfegruppen, können sehr hilfreich sein, vor allem in der ersten Zeit nach einer Diagnose.

 

 

 

 

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Was ist die Lebenserwartung eines CS-Patienten?

Der älteste CS-Patient der bei Share and Care bekannt ist, ist in den späten 30ern. Fűr Kinder, die mit Katarakten, Eintrűbungen der Augenlinse, geboren werden, ist die Lebenserwartung 12 Jahre. Viele CS-Patienten sterben im Kleinkind-Alter. Sowohl die Schwere des genetischen Schadens des individuellen Patienten alsauch die Qualität der Pflege, welche auch die Versorgung mit der erforderlichen Ernährung sicherstellt, sind wesentliche Faktoren bei der Bestimmung der Lebenserwartung.

 

 

 

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Wie kann ich mehr  über CS herausfinden?

Share and Care Cockayne Syndrome Network Inc., 

POC Jackie Clark 
P.O. Box 282, Waterford, VA 20197 

Office 703-265-3719, Cell 703-727-0404, Home 540-882-3380 

email: JackieClark@aol.com

 

 

ist eine Selbsthilfegruppe, die betroffene Patienten, Kinder, Eltern, medizinische Fachleute, Therapeuten vereint. Der Koordinator ist Shirley Rodriguez.

 

Besuchen Sie auch Dr. Busch’s Web Seite:

http://members.aol.com/DBBusch/shareandcarehome.html